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Elternratgeber: Baby-Hygiene






Versuchen Sie, in den ersten 3 Lebenswochen die Umgebung des Kindes hygienischer zu halten. Falls Sie dem Baby das Fläschchen geben, sollte dieses sterilisiert werden. Geben Sie die Flasche und den Sauger in einen Sterilisator oder kochen Sie diese einfach direkt ab.

Übertriebene Hygiene könnte sogar Langzeitschäden, wie z.B. Asthma und Allergien hervorrufen. Das Kind braucht sogar ein wenig Schmutz und Bakterien, damit das Immunsystem aufgebaut wird.

Zwei- bis maximal dreimal pro Woche reichen völlig aus. Durch zu häufiges Baden verliert die Haut ihr natürliches Gleichgewicht.

Die Temperatur für ein Babybad liegt bei 38 Grad Celsius. Benutzen Sie immer ein Wasserthermometer. Bei der Temperatur-Fühl-Methode mit der Hand kann man sich leicht irren.

Wenn Ihr Kind schläft, können Sie eine an den Spitzen abgerundete Baby-Schere benutzen, um die Nägel zu schneiden. Die Nägel können auch direkt mit den Zähnen abgebissen werden. Babynägel sind in der Regel weich und können mit dieser Methode gut entfernt werden. Wenn Sie die Fingernägel nicht kürzen, kann es dazu kommen, dass es sich das Gesicht leichter zerkratzt. Es ist also sinnvoll die Nägel regelmäßig zu kürzen (ca. jede Woche oder jede zweite Woche einmal - je nachdem wie schnell die Nägel wachsen).

Die Gesichtshaut ist besonders auf den eigenen Säureschutzmantel angewiesen und sollte nicht gestört werden. Hinzu kommt, dass die Haut ihr eigenes Öl produziert, welches optimal auf alle Bedürfnisse abgestimmt ist. Überschüssiges Öl und Schmutz kann man leicht mit Wasser entfernen. Verwenden Sie einen lauwarmen Waschlappen.

Für Haare und Haut sollte man eine Waschsubstanz benutzen, die sehr mild und verträglich ist. Möglichst ohne Parfüm, ohne Konservierungsstoffe, ohne Weichmacher, etc. Auch sollten Sie nur sehr wenig davon nehmen. Die Haut Ihres Kindes braucht keine weiteren Pflegemittel. Eigentlich würden ein Waschlappen und lauwarmes Wasser völlig ausreichen. Alles Weitere könnte das Gleichgewicht der Haut stören. Informieren Sie sich in der Zeitschrift Ökotest, welche Waschsubstanzen geeignet sind.

Gehen Sie wie folgt vor: Nach dem Sie die Windel geöffnet haben, reinigen Sie den Genitalbereich vorsichtig. Benutzen Sie Reinigungstücher ohne Parfüm und unnötige Zusatzstoffe.
Bei einem Jungen beachten Sie vor allem, keinen zu starken Druck auf die Hoden auszuüben.
Der Bereich unter der Vorhaut muss nicht gereinigt werden. Wenn Sie möchten, können Sie die Vorhaut ganz leicht und nur ein wenig zurückziehen, damit Sie diesen Bereich säubern können. Wenn Sie diesen Bereich gar nicht reinigen, sollten Sie hin und wieder kontrollieren, ob es er sich entzündet hat. Normalerweise ist der Penis aber vor Entzündungen geschützt.
Bei Mädchen kann man den Vaginalbereich reinigen, indem man mit dem Reinigungstuch in Richtung Anus putzt. Es ist nicht nötig die Vagina bei jedem Windelwechsel zu putzen, da diese einen Selbstreinigungsmechanismus hat. Zu häufiges Putzen kann die Vagina unnötig reizen.

Wenn Ihr Kind schläft, bewegt es den Kopf nicht und Sie können die Haare bequem schneiden. Benutzen Sie hierfür eine an den Spitzen abgerundete Schere.

Für 2-3 Wochen sollte die Nabelschnurwunde nicht befeuchtet werden, um Infektionen zu vermeiden. Sie können einen Schwamm benutzen, um den Bereich um den Nabel sauber zu machen.

Reinigen Sie nur die Ohrmuschel und niemals das Innere des Ohres.

Stoffe im Urin können Babyhaut irritieren. Deshalb empfehlen wir Windeln, die den Urin gut aufnehmen.

Solange die Nase läuft, ist alles in Ordnung. Der natürliche Reinigungsmechanismus ist in Takt und meistens ist ein Nasenloch noch frei zum Atmen.
Sobald aber die Nase verstopft, wird es sehr unangenehm für das Kind. Trinken und Essen fällt schwer und es fühlt sich einfach unwohl. Hier helfen Meersalzlösungen, die mit einer Pipette vorsichtig ins Nasenloch gegeben werden, damit der Schleimfluss wieder angeregt wird. Falls Sie mal einen Popel entdecken, der die Nase verstopft, können Sie versuchen, diesen durch kleine kreisende Bewegungen auf der Außenseite der Nasenflügel aus der Nase zu drücken.

Olivenöl ist sehr verträglich. Es enthält zusätzlich wertvolle Vitamine und Mineralien.
Nehmen Sie ein paar Tropfen und verteilen Sie diese gleichmäßig in Ihren Handinnenflächen. Reiben Sie dann das Öl in kreisenden Bewegungen auf die trockenen Hautstellen ein.
Da man für handelsübliches Babyöl vorwiegend Mineralöl verwendet, raten wir von dem Kauf ab. Babyöl steht im Verdacht, dass es durch die Haut eindringt und fettlösliche Vitamine im Blut bindet, die dann ausgeschieden werden. Es könnte dann unter Umständen zu einem Vitaminmangel kommen. Außerdem enthalten viele Babyöle Zusatzstoffe, die sich negativ auf das Immunsystem auswirken können.

Milchzähne sind extrem wichtig für die Zerkleinerung der Nahrung und für die Sprachentwicklung. Bei schlechten Zähnen oder bei Karies kann das Immunsystem geschwächt werden und ernste Folgekrankheiten können entstehen.
Auch die Behandlung ist mit einem gewissen Risiko, da Sie meistens unter Vollnarkose bei einem sehr jungen Patienten stattfindet. Wichtig ist also die Vorbeugung.
Karies wird durch Bakterien verursacht wird. Das Kind steckt sich meistens durch eine Speichelübertragung an. Oft erfolgt die Übertragung, wenn die Eltern beim Füttern Speichel übertragen, wie z.B. beim Testen der Temperatur mit dem eigenen Mund. Vermeiden Sie also, dass Ihr eigener Speichel in irgendeiner Form in den Mund des Kindes gelangt.
Viele Kleinkinder leiden an dem Nursing-Bottle-Syndrom. Dieses Krankheitsbild wird durch das Dauernuckeln an Saugflaschen hervorgerufen. Vor allem die Fruchtgetränke und Kindertees sorgen für die schlechten Zähne. Meistens sind die Vorderzähne im Oberkiefer betroffen. Um die Milchzähne zu erhalten, sollten Sie auf solche Getränke verzichten. Geben Sie älteren Kindern (ab dem 9 Monat) nur Wasser zu trinken. Hierzu sei noch gesagt, dass nicht die Menge an kariesfördernden Substanzen ausschlaggebend ist, sondern die Häufigkeit des Kontakts mit ihnen (Säuren, Zucker etc.). Dauernuckeln ist also besonders gefährlich. Sorgen Sie auch für die richtige Zahnpflege, um Karies zu vermeiden.
Sobald die ersten Milchzähne da sind, sollten diese auch mindestens einmal pro Tag geputzt werden. Putzen Sie mit einer Kinderzahnbürste und einer erbsengroßen Menge Zahnpasta (Zahnpasta für Milchzähne ohne Fluorid - Zu finden im Reformhaus). Vermeiden Sie Zahnpasta mit Geschmack, weil diese eher von den Kindern runtergeschluckt wird. Anfänglich werden nur die Kauflächen der Kinder gereinigt und ab etwa dem 2 Lebensjahr kann das Kind beginnen, sich die Zähne selbstständig zu putzen (Erst die Kauflächen, dann die Außenflächen und zum Schluss die Innenflächen.)
Wir empfehlen Zahnpasta ohne Fluorid, da Fluorid im Verdacht steht krebserregend zu sein. Außerdem verursacht es bleibende hässliche Flecken, wenn Fluorid in größeren Mengen im Kleinkindesalter gegeben wird (Fluorosis). Hinzu kommt, dass es eigentlich ein Nervengift ist. Sie können also getrost ganz auf Fluorid verzichten.
Weiterhin können Sie mit der Gabe von Vitamin C, Calcium und jodhaltigem Salz die Zahngesundheit fördern. Auch soll Käse (vor allem die Sorten Cheddar, Frischkäse, Edamer, Emmentaler, Tilsiter, Mozzarella) Kariesbakterien hemmen (zu empfehlen bei älteren Babys).