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Elternratgeber: Stillen






Muttermilch ist die beste Nahrung für das Baby. Muttermilch schützt vor vielen Krankheiten, Allergien und unterstützt die geistige Entwicklung.
In seltenen Ausnahmefällen kann die Qualität und Qualität der Muttermilch nicht ausreichend sein. Stress, schlechte Ernährung, Krankheiten, Medikamente und Umweltgifte sind manchmal die Ursache für eine Verschlechterung der Muttermilch. Wenn Sie wissen, dass die Qualität oder Quantität Ihrer Milch nicht ausreichend ist und die Tipps auf dieser Seite Ihnen nicht weiterhelfen, empfehlen wir Ihnen, Muttermilchersatz und ab dem 4 Monat Früchte- und Gemüsebrei zuzufüttern.
Hierzu sei noch gesagt, dass viele Mütter fälschlicher Weise meinen, dass Ihre Milch nicht gut genug ist. Das mag daher kommen, dass die Muttermilch, im Vergleich zur Kuhmilch, dünnflüssiger ist und eine andere Farbe hat (manchmal sogar, wegen dem Vitamin-B2-Gehalt, bläulich schimmert). Auch ist die Quantität der Milch viel geringer als z.B. bei einer Kuh. Lassen Sie sich deshalb nicht täuschen. Lassen Sie sich auch nicht dadurch verunsichern, dass andere Babys, die Flaschennahrung bekommen, schneller wachsen und dicker werden. Das liegt hauptsächlich nur an dem starken Fett- und Zuckergehalt der Babynahrung. Gesundheitlich sind solche Babys viel schlechter gestellt, als die Babys, die ausreichend gesunde Muttermilch erhalten haben.
Stellen Sie sich folgende Fragen:
- Nimmt Ihr Baby an Gewicht zu oder ab (Anmerkung: In den ersten zwei Wochen kann es zu einem Gewichtsverlust kommen)?
- Wie häufig möchte das Baby trinken (8-14 Mal ist normal)?
- Können Sie das Baby schlucken hören?
- Fühlt sich die Brust leerer an, nachdem das Kind getrunken hat?
- Gibt es nasse Windeln?
- Sieht das Kind gesund aus?
- Ist es ein ziehendes Gefühl, wenn das Kind saugt oder eher ein schmerzvolles beißendes Gefühl?

Zusätzliche Pulvermilch ist meistens nicht nötig und unter Umständen wird sich das Kind von der Brust entwöhnen. Geben Sie dem Kind so häufig wie möglich die Brust und versuchen Sie auf andere Produkte zu verzichten. Wenn es nötig erscheint, Flüssigkeit zuzufüttern, geschieht dies mit einem Löffel oder einem kleinen Becher. Bei künstlichen Saugern gewöhnt sich Ihr Baby eine Trinktechnik an, bei der es sich nicht anstrengen muss. Kommt es dann später an die Brust, hat es ein falsches Trinkverhalten gelernt. Dadurch bekommen Sie unter Umständen wunde Brustwarzen und andere Probleme, die dazu führen können, dass Sie letztendlich Ihrem Kind die Brust nicht mehr geben möchten.

Direkt nachdem das Kind auf die Welt gekommen ist, sollte es der Mutter auf den Bauch gelegt werden und sollte sofort an beiden Brüsten saugen. Das Baby kommt mit einem Saugreflex auf die Welt und sollte sofort saugen dürfen, damit es den Saugtrieb behält. Außerdem bekommt es die wertvolle Vormilch, die sich gleich nach der Geburt in der Mutterbrust befindet und besonders viele wertvolle Proteine enthält.
Hinzu kommt, dass durch das Saugen weitere Milchproduktion stimuliert wird. Experten sprechen von einem entscheidenden Moment.

Die meisten Medikamente (Schmerz-, Wehen und Beruhigungsmittel) die der Mutter während der Geburt gegeben werden, bekommt das Kind auch mit und dadurch können natürliche Vorgänge behindert werden. Das Kind kann z.B. das Interesse an der Mutterbrust verlieren.

Es gibt keinen medizinischen Grund warum Mütter von Ihren Babys getrennt werden sollten. Im Gegenteil: Insbesondere die ersten Stunden nach der Geburt sind wichtig für die instinktiven Reaktionen, die in der Mutter und im Neugeborenen ablaufen.
Das voneinander getrennt sein kann schwerwiegende körperliche und seelische Folgen haben. Unter Umständen wird sogar die Milchproduktion dadurch eingeschränkt.
Viele Mediziner unterschätzen die psychologischen Auswirkungen auf den Körper. Das Kind gehört nach der Geburt zur Mutter und entwickelt dort für die Zukunft wichtige Handlungsabläufe. Gründe seitens des Krankenhauspersonals, dass die Mutter sich von der Geburt erholen müsse und das Kind zusätzlichen Stress verursache, sind weit überholt.
Die Trennung kann sogar tiefe Depressionen hervorrufen und vielleicht sogar dazu führen, dass die Mutter das Kind ablehnt. Deshalb ist es schon vor der Krankenhauswahl wichtig sich zu erkundigen und sich bestätigen zu lassen, dass das Kind die ganze Zeit bei der Mutter bleiben darf. Dies sollte selbst für die Untersuchungen gelten.
Ganz schlimm wird es, wenn den Babys im Krankenhaus Fläschchen gegeben werden. Die Mutter sollte immer zum Stillen des Kindes herangeholt werden und Ihrem Kind die Brust geben.

Es hat sich gezeigt, dass Mütter die Milchproduktion ankurbeln, wenn Sie zusammen mit dem Kind schlafen und merken, dass das Kind im Begriff ist aufzuwachen.
Wenn die Mutter sich völlig auf das Kind einstimmen kann, wird es auch Ihre körperlichen Abläufe danach ausrichten. Wenn das Kind z.B. bei der Mutter schläft und im Begriff ist aufzuwachen, wird sich die Atemfrequenz ändern und es beginnt sich vielleicht zu strecken. Das spürt die Mutter und bereitet sich mental und körperlich darauf vor Milch zu geben.

Wenn das Kind einmal merkt, dass es viel leichter ist, aus dem Fläschchen zu trinken, kann es passieren, dass es die Brust in Zukunft ablehnt. Vermeiden Sie also auch, wenn es nicht unbedingt sein muss, Ihre eigene Muttermilch (durch abpumpen) in Flaschen zu geben.

Sie können Ihr Kind im Sitzen und im Liegen stillen. Sie sollten es sich vorher bequem machen bevor Sie anfangen. Nehmen Sie das Kind so auf, dass der Bauch des Kindes an Ihren Bauch angepresst wird. Der Kopf ist ein wenig nach hinten gebeugt, damit seine Nase frei bleibt. Die Körperhaltung des Kindes ist ein wenig aufrecht, so dass es weniger Luft schluckt, was wiederum zu Bauchschmerzen und Schluckauf führen kann.
Jetzt streichelt man mit dem Nippel an die Lippen des Kindes, so dass es den Mund reflexartig öffnet. Die Brustwarze sollte daraufhin ganz in den Mund des Kindes hineingeschoben werden, so dass Sie nicht mehr sichtbar ist. Auch der Ring, der den Nippel umgibt, sollte nicht mehr zu sehen sein (bei normalgrossen Brustwarzen). Das Kind sollte leicht ein Vakuum erzeugen können.
Erkundigen Sie sich auch ggf. bei Ihrer Hebamme, Krankenschwester oder Freundinnen, damit diese es Ihnen zeigen können.

Schmerz gehört nicht zum Bruststillen dazu. Wenn Sie vom Bruststillen erschöpf werden oder Sie wunde Brustwarzen haben oder es allgemein weh tun, sollten Sie etwas ändern. Fragen Sie Ihre Hebamme oder einen professionellen Berater, was Sie falsch machen. Meistens ist die Position oder das Anliegen des Mundes falsch.
Es könnte auch sein, dass die Brüste sich nicht vollständig entleert haben und die Milchdrüsen verstopfen. Sie sollten, dann das Kind austrinken lassen, so dass es zu keiner Infektion kommt. Ein Kind dem genügend Zeit gelassen wird, sich satt zu trinken, wird auch sanfter saugen, so dass Sie dann weniger rissige oder wunde Brustwarzen haben werden.

Um den Milchfluss zu steigern, können Sie vorher Ihre Brüst massieren. Die Massierbewegung geht vom Schlüsselbein in Richtung der Brustwarzen.

Es ist sehr wichtig dass Sie in den ersten Wochen den Kopf frei haben und sich nicht um andere Dinge kümmern müssen. Ihre wichtigste Aufgabe jetzt ist, dem Baby die Brust zu geben.

In einer ruhigen und entspannten Atmosphäre können Mütter mehr Milch geben. Bei Stress kommt es häufig zur verminderten Milchproduktion (auch langfristig). Verwandte und Bekannte, über die Sie sich ärgern, sollten Sie auf Distanz halten und so wenig wie möglich mit ihnen zu tun haben. Ziehen Sie sich mit Ihrem Kind an einen ruhigen Ort und genießen Sie die Momente mit Ihrem Baby.

Am besten kann das Kind aufstoßen, wenn Sie es auf den Arm nehmen und den Rücken massieren. Das Kind sollte bei jeder Mahlzeit ca. dreimal aufstoßen.

Wenn Sie mal von Ihrem Kind getrennt werden, können Sie eine Brustpumpe benutzen, um die Milch dem Kind später zu geben. Sie können aber auch eine Brustpumpe benutzen um den Milchfluss zu stimulieren.

Sie geben dem Kind genügend Milch, wenn dass Kind pro Woche ca. 100-200 Gramm zunimmt, 6-8 Windeln täglich voll macht, in zwei- bis dreistündigen Intervallen trinkt und es gesund aussieht.

Legen Sie das Kind ca. alle 10 Minuten an die andere Brust, damit in beiden Brüsten die Milchproduktion stimuliert wird.

Medikamente wie Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, Antibiotika, Zigaretten, Alkohol und Drogen können den Milchfluss hemmen und dem Kind schaden.

Wenn Sie Ihr Kind sehr viel schläft und wenig trinkt, sollten Sie es ab und zu für das Trinken wecken.

Man kann die Saugintensivität des Kindes steigern, indem man ab und zu über die Wange streichelt. Streicheln Sie aber nicht über beide Wangen, da es das Kind irritieren könnte.

Um die Qualität der Milch zu steigern, sollten Sie sich richtig ernähren. Folgendes sollten Sie bei Ihrer Ernährung beachten.
- Kaufen Sie Bioprodukte
- Essen Sie abwechslungsreich: Vor allem viel Gemüse ( z.B. Karotten, Salate, Tomaten, Gurken etc.), Obst (z.B. Bananen, Äpfel, Birnen, Melonen u.s.w.), verschiedene Getreidesorten (z.B. Reis, Hirse, Kamut, Gerste, Roggen, Grünkern, Weizen, Dinkel, Hafer, etc.), Milchprodukte (z.B. Vollmilch, Scheibenkäse, Jogurt, Magermilch, Buttermilch, Frischkäse, etc.), Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Erbsen, Linsen etc.), Nüsse (z.B. Hasel-, Wal-, Erdnüsse), einmal täglich ein gekochtes Ei und 1 bis maximal 2 mal in der Woche etwas Fleisch von verschiedenen Tierarten (z.B. Geflügel, Fisch, Rind etc.).
- Essen Sie mindestens 3 mal täglich unterschiedliche Gemüse- und Fruchtsorten.
- Essen Sie in ausreichenden Mengen. Sie brauchen jetzt jeden Tag zusätzlich 500-1000 Kalorien. Durch eine zu geringe Kalorienzufuhr kann sich die Menge der Muttermilch verringern.
- Vermeiden Sie chemisch behandeltes Gemüse / behandelte Früchte
- Garen Sie das Gemüse so, dass die Vitamine erhalten bleiben. (Achten Sie auf kurze Garzeiten. Dampfgaren ist besonders gut für den Erhalt von Vitalstoffen im Gemüse. Kochtopf-Einsätze für das Dampfgaren finden Sie im Fachhandel)
- Verwenden Sie Fette mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z.B. in Sonnenblumen-, Distel-, Oliven-, Soja-, Weizen-, Mais-, Herings- und Leinsaatöl) und nicht Fette mit gesättigten Fettsäuren (z.B. in Butter, Sahne, Schmalz, Kokos- und Palmfett).
- Nehmen Sie täglich mit Ihrer Nahrung 90 bis 110 g Proteine zu sich. Proteine finden Sie u.a. in Milchprodukten, Bierhefe, Nüssen, Fleisch, Fisch, Getreide, Eiern und Bohnen.
Hier einige Richtwerte: 1 Liter Milch = 33 g Proteine, 1 Ei = 26 g Proteine, 40 g (⅓ Tasse) Bierhefe = 24 g Proteine, 1 Tasse gekochte Sojabohnen = 22 g Proteine, 1 Becher Jogurt = 8 bis 12 g Proteine, 1 Scheibe Hartkäse = 5 g Proteine
- Vermeiden Sie Fertigprodukte
- Vermeiden Sie frittierte Produkte
- Verzichten Sie auf Süßigkeiten
- Verzichten Sie auf Kaffee und Tee
- Verzichten Sie auf Alkohol
- Verzichten Sie auf Schimmelkäse und Camembert
- Vermeiden Sie Konserven-Nahrung
- Vermeiden Sie Nahrungsmittel mit Geschmacksverstärkern
- Vermeiden Sie Nahrungsmittel mit Konservierungsmitteln
- Tiefkühlprodukte nicht antauen lassen, bevor Sie sie in das Kühlfach legen.
- Aufgetaute Nahrungsmittel nicht noch einmal einfrieren.
- Essen nicht ein zweites Mal erwärmen
- Verzichten Sie auf Obst und Gemüse was mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden ist. Bei den meisten herkömmlichen Früchten und Gemüse wurden starke Pflanzenschutzmittel bzw. Insektengifte verwendet. Da diese Gifte in den Boden einsickern und dann von der Pflanze in jede einzelne Zelle transportiert werden, hilft es kaum, die Frucht oder das Gemüse zu waschen oder zu schälen.
- Achten Sie auf das Verfallsdatum speziell bei leicht verderblichen Lebensmitteln (Fleisch-, Fisch-, Milchprodukte etc.)
- Wichtig: Nach der Schwangerschaft bitte keine Diät halten. Beim Abnehmen lösen sich Giftstoffe aus dem Fettgewebe und gelangt möglicherweise in die Milch.

Zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe sorgen dafür, dass Sie weniger Stress haben und das die Qualität der Milch steigt. Achten Sie darauf, Vitamine in einer höheren Konzentration zu nehmen.
Hier nun ein tägliches Beispielprogramm, für die Monate der Stillzeit (empfohlen von der Ernährungswissenschaftlerin Adelle Davis):
Vitamin A (I.E.): 25000
Viatmin B1 (mg): 5-6
Vitamin B3 (mg): 60
Vitamin B5 (mg): 100-150
Vitamin B6 (mg): 10-20
Vitamin B12 (mcg): 15
Vitamin C (mg): 500-1500
Vitamin D (I.E.): 2000-2500
Vitamin E (d--alpha-Tokopherol) (I.E.): 200-600
Folsäure (mg): 1
Cholin (mg): 1000
Inosit (bzw. alte Schreibweise: Inositol) (mg): 1000
Kalzium (mg): 3000
Magnesium (mg): 800-1200
Eisen (mg): 12
Zink (mg): 15-20
Jod (mg): 4-5

Eines davon ist Bierhefe. Sie schmeckt schrecklich, soll aber die Milchproduktion stimulieren. Außerdem hat die Bierhefe viele wichtige Vitamine und Vitalstoffe. Auch Folsäure kann die Milchproduktion steigern.

Strengen Diäten, können unter Umständen, Schadstoffe aus den Fettreserven freisetzen. Hinzu kommt, dass das Kind nicht genügend mit Nährstoffen versorgt wird.

Zu wenig Schlaf reduziert die Milchproduktion. Sie sollten täglich ca. 8 Stunden schlafen.